von Robert Klikics 4 Min Lesezeit veröffentlicht 2. Oktober 2026
Eine Datenbank exportierst du in Plesk, bevor du umziehst, ein großes Update einspielst oder eine Kopie für die Entwicklung brauchst. Importieren musst du sie, wenn eine Website von einem anderen Hoster kommt. Plesk bietet dafür drei Wege: die eigene Funktion „Abbild exportieren“ und „Abbild importieren“, phpMyAdmin im Browser und die Kommandozeile per SSH. Dieser Ratgeber zeigt alle drei und die Fehler, an denen ein Import am häufigsten scheitert.
Kurz gefasst
- Für kleine und mittlere Datenbanken reicht „Abbild exportieren“ bzw. „Abbild importieren“ unter Websites & Domains → Datenbanken.
- phpMyAdmin eignet sich, wenn du nur einzelne Tabellen brauchst oder den Export anpassen willst. Beim Import gilt ein Größenlimit.
- Große Datenbanken überträgst du am zuverlässigsten per SSH mit
mysqldumpundmysql. - Die häufigsten Importfehler sind DEFINER-Angaben, die SUPER-Rechte verlangen, und die MySQL-8-Sortierung
utf8mb4_0900_ai_ci, die MariaDB nicht kennt.
Weg 1: Abbild exportieren und importieren in Plesk
Der einfachste Weg führt über die Datenbankverwaltung von Plesk:
- In Plesk anmelden und Websites & Domains öffnen.
- Auf Datenbanken klicken und die gewünschte Datenbank suchen.
- Für den Export auf Abbild exportieren klicken. Plesk erstellt eine SQL-Datei, die du herunterladen kannst.
- Für den Import auf Abbild importieren klicken und die Datei von deinem Rechner oder aus deinem Webspace auswählen.
Plesk akzeptiert beim Import .sql, .sql.gz und .sql.zip. Komprimierte Dateien sind deutlich kleiner und laden schneller hoch. Achtung: Ein Import überschreibt Tabellen mit gleichem Namen. Exportiere die Zieldatenbank vorher, wenn darin schon Daten liegen.
Weg 2: phpMyAdmin
phpMyAdmin öffnest du in Plesk direkt aus der Datenbankübersicht über den Link phpMyAdmin bei der jeweiligen Datenbank. Es öffnet sich in einem neuen Tab, ohne dass du ein weiteres Passwort brauchst.
- Export: Links die Datenbank wählen, oben den Reiter Exportieren öffnen. Schnell exportiert alles im SQL-Format. Unter Angepasst wählst du einzelne Tabellen aus, stellst die Komprimierung auf gzip oder lässt die Struktur oder die Daten weg.
- Import: Datenbank wählen, Reiter Importieren, Datei auswählen, Importieren klicken. Unter dem Dateifeld zeigt phpMyAdmin die maximale Dateigröße an. Ist dein Dump größer, nimm Weg 1 oder Weg 3.
Für WordPress-Datenbanken mit großen Tabellen, etwa Logs, Sessions oder dem Action Scheduler von WooCommerce, bricht phpMyAdmin bei Import und Export gern mit einer Zeitüberschreitung ab. Dann ist die Kommandozeile der bessere Weg.
Weg 3: Kommandozeile per SSH
Mit SSH-Zugang exportierst du die Datenbank direkt auf dem Server, ohne Upload-Grenzen und ohne Zeitlimit des Browsers. Den Datenbanknamen und den Benutzer findest du in Plesk unter Datenbanken oder in der wp-config.php deiner Installation.
# Export, gleich komprimiert mysqldump -u DB_BENUTZER -p --single-transaction DB_NAME | gzip > dump.sql.gz # Import einer komprimierten Datei gunzip < dump.sql.gz | mysql -u DB_BENUTZER -p DB_NAME # Import einer unkomprimierten Datei mysql -u DB_BENUTZER -p DB_NAME < dump.sql
Nach jedem Befehl fragt der Server nach dem Passwort des Datenbankbenutzers. --single-transaction sorgt bei InnoDB-Tabellen für einen in sich stimmigen Export, ohne die Website währenddessen zu sperren. Bei WordPress geht es mit WP-CLI noch einfacher, weil die Zugangsdaten aus der wp-config.php kommen:
wp db export dump.sql wp db import dump.sql
Wenn der Import scheitert
„Access denied; you need (at least one of) the SUPER privilege(s)“
Der Dump enthält Views, Trigger oder gespeicherte Prozeduren mit einer DEFINER-Angabe für einen Benutzer vom alten Server. Auf einem Shared-Hosting-Server darfst du keine Objekte im Namen anderer Benutzer anlegen. Entferne die Angabe vor dem Import:
sed -E 's/DEFINER=`[^`]+`@`[^`]+`//g' dump.sql > dump-ohne-definer.sql
Dasselbe gilt für Zeilen wie GRANT oder Replikationsbefehle wie CHANGE MASTER TO. Sie gehören nicht in einen Website-Dump und müssen raus.
„Unknown collation: utf8mb4_0900_ai_ci“
Diese Sortierung gibt es nur in MySQL 8. Kommt deine Datenbank von einem Server mit MySQL 8 und soll auf MariaDB laufen, ersetzt du sie durch eine Sortierung, die beide kennen:
sed 's/utf8mb4_0900_ai_ci/utf8mb4_unicode_ci/g' dump.sql > dump-mariadb.sql
Zeitüberschreitung oder Datei zu groß
Komprimiere den Dump mit gzip oder wechsle auf SSH. Lädst du die Datei vorher per SFTP in deinen Webspace, kannst du sie auch über „Abbild importieren“ direkt vom Server einlesen, ohne Browser-Upload.
Umlaute sind nach dem Import kaputt
Export und Import liefen mit unterschiedlichen Zeichensätzen. Exportiere erneut mit --default-character-set=utf8mb4 und importiere mit derselben Angabe.
Nach dem Import einer WordPress-Datenbank
Ändert sich beim Umzug die Domain oder das Protokoll, stehen in der Datenbank noch die alten Adressen. Ein einfaches Suchen und Ersetzen in der SQL-Datei zerstört dabei serialisierte Daten, die WordPress und viele Plugins speichern. Nimm stattdessen WP-CLI, das serialisierte Werte korrekt anpasst. Ein Probelauf zeigt vorher, wie viele Stellen betroffen sind:
wp search-replace 'https://alte-domain.de' 'https://neue-domain.de' --all-tables --dry-run wp search-replace 'https://alte-domain.de' 'https://neue-domain.de' --all-tables
Prüfe außerdem, ob in der wp-config.php Datenbankname, Benutzer, Passwort und Tabellenpräfix zur neuen Datenbank passen, und leere danach den Cache. Den kompletten Ablauf beschreibt der Ratgeber WordPress umziehen.
Bei turbopress
- Als Datenbank läuft MariaDB 10.11 LTS. Sie ist mit MySQL weitgehend kompatibel.
- Die Datenbank-Server sind von außen nicht erreichbar. Für Programme wie TablePlus auf deinem Rechner baust du einen SSH-Tunnel auf.
- In Skripten auf dem Server verbindest du dich am besten über
localhost, das nutzt den schnelleren Unix-Socket statt Port 3306. - Ziehst du zu uns um, überträgt turbomove AI Datenbank und Dateien automatisch.
Eine wachsende Datenbank bremst WordPress. Wie du sie entschlackst, steht unter WordPress-Datenbank aufräumen.

