Ein Schloss-Symbol in der Adresszeile ist heute für Besucher ein selbstverständliches Zeichen von Vertrauen – und für Google ein Rankingfaktor. Wer WordPress auf HTTPS umstellen möchte, muss dafür aber mehr tun, als nur ein SSL-Zertifikat zu aktivieren: WordPress speichert die eigene Adresse fest in der Datenbank, und zwar inklusive des Protokolls http:// oder https://. Bleibt dort noch http:// stehen, obwohl das Hosting längst HTTPS unterstützt, tauchen im Browser schnell Mixed-Content-Warnungen auf – Bilder, Skripte oder Formulare werden dann als „nicht sicher“ markiert oder gar nicht geladen.

Warum sich die Umstellung auf HTTPS lohnt

HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server. Das schützt Logins, Formulareingaben und Bestellungen vor Mitlesen und Manipulation. Darüber hinaus gilt HTTPS seit einigen Jahren als offizielles Ranking-Signal bei Google, und moderne Browser wie Chrome oder Firefox warnen Besucher aktiv vor unverschlüsselten Seiten. Wer WordPress betreibt – ob Blog, Firmenwebsite oder Onlineshop – kommt an HTTPS also praktisch nicht mehr vorbei.

Voraussetzung für die Umstellung ist ein aktives SSL-Zertifikat für die Domain. Viele Hosting-Anbieter, auch turbopress, aktivieren ein solches Zertifikat inzwischen automatisch und kostenfrei, sodass dieser Schritt oft schon erledigt ist, bevor man überhaupt daran denkt. Ob HTTPS bei der eigenen Seite bereits verfügbar ist, lässt sich einfach prüfen: Ruft die Domain mit https:// im Browser auf. Erscheint kein Zertifikatsfehler, steht der eigentlichen WordPress-Umstellung nichts mehr im Weg.

URLs in WordPress-Admin korrigieren

Der gängigste Weg führt über die WordPress-Einstellungen:

  1. Logge dich in dein WordPress-Admin-Panel ein.

  2. Gehe zu Einstellungen → Allgemein.

  3. Ändere sowohl WordPress-Adresse (URL) als auch Website-Adresse (URL) von http:// auf https://.

  4. Klicke auf Änderungen speichern.

WordPress meldet dich danach in der Regel automatisch ab, weil sich die Basis-URL geändert hat. Ein erneuter Login mit den gewohnten Zugangsdaten ist normal und kein Fehler.

Alternativ: über die wp-config.php

Kommt man nach der Umstellung nicht mehr ins Admin-Panel – etwa weil sich WordPress in einer Umleitungsschleife verfängt – lassen sich die URLs auch direkt im Code festlegen. Dafür wird die Datei wp-config.php im Hauptverzeichnis der WordPress-Installation um folgende Zeilen ergänzt:

define('WP_HOME', 'https://deine-domain.de');
define('WP_SITEURL', 'https://deine-domain.de');

Die Datei lässt sich über den Dateimanager der Hosting-Oberfläche oder per FTP/SFTP bearbeiten. Diese Methode überschreibt die Datenbankwerte zur Laufzeit und funktioniert daher auch dann, wenn der Login im Backend gerade nicht möglich ist.

Alte http://-Links in Inhalten ersetzen

Mit der reinen URL-Umstellung ist es meist nicht getan: In älteren Beiträgen, Seiten, Bildpfaden und teils auch in der Datenbank stecken oft noch fest verlinkte http://-Adressen. Diese führen weiterhin zu Mixed-Content-Warnungen, auch wenn die Grundeinstellung längst auf HTTPS steht. Ein bewährtes Werkzeug dafür ist das kostenlose Plugin Better Search Replace:

  1. Installiere Better Search Replace über den Plugin-Bereich von WordPress.

  2. Suche nach: http://deine-domain.de

  3. Ersetze mit: https://deine-domain.de

  4. Wähle alle Tabellen aus und führe die Ersetzung durch.

Vor der Ersetzung lohnt sich in jedem Fall ein aktuelles Backup, damit im Zweifel nichts verloren geht.

Fazit

Wer WordPress auf HTTPS umstellen will, braucht dafür kein tiefes technisches Wissen – die wichtigsten Schritte sind die Anpassung der URLs in den Einstellungen (oder in der wp-config.php) sowie das Bereinigen alter http://-Links im Inhalt. Ein passendes SSL-Zertifikat vorausgesetzt, ist die komplette Umstellung meist in wenigen Minuten erledigt und sorgt danach dauerhaft für eine verschlüsselte, vertrauenswürdige Website. HTTPS ist dabei nur ein Baustein einer sicheren WordPress-Seite – eine vollständige Übersicht bietet unsere Checkliste zum Absichern von WordPress.

Häufige Fragen zur HTTPS-Umstellung

Reicht ein SSL-Zertifikat, um WordPress auf HTTPS umzustellen?

Nein. Zusätzlich zum SSL-Zertifikat muss WordPress selbst angewiesen werden, https:// statt http:// als eigene Adresse zu verwenden – entweder über die Einstellungen im Backend oder direkt in der wp-config.php.

Was sind Mixed-Content-Warnungen?

Sie treten auf, wenn eine über HTTPS geladene Seite noch Inhalte wie Bilder oder Skripte über das unverschlüsselte http:// einbindet. Der Browser markiert solche Seiten dann als nicht vollständig sicher.

Was mache ich, wenn ich mich nach der Umstellung nicht mehr einloggen kann?

In diesem Fall lassen sich die URLs direkt in der wp-config.php per WP_HOME und WP_SITEURL festlegen. Diese Methode überschreibt die Datenbankwerte zur Laufzeit und funktioniert auch, wenn der Login im Backend gerade nicht möglich ist.

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