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von 9 Min Lesezeit veröffentlicht 2. Oktober 2026

Wer den WordPress-Hoster wechseln möchte, überträgt Dateien, Datenbank und E-Mail-Postfächer zu einem neuen Anbieter und stellt anschließend die DNS-Einträge der Domain um – bei guter Vorbereitung läuft die Website währenddessen durchgehend weiter. Typische Auslöser für einen Wechsel sind ein zu langsamer oder zu teurer Tarif, fehlender Support oder technische Einschränkungen beim aktuellen Provider. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich ein Wechsel lohnt, was vorher zu klären ist und wie die Migration technisch abläuft.

Wann lohnt sich ein Wechsel des WordPress-Hosters?

Ein Hosterwechsel lohnt sich in der Regel, wenn eines oder mehrere dieser Symptome zutreffen:

  • Die Website lädt spürbar langsam, obwohl Caching und ein schlankes Theme bereits eingerichtet sind.

  • Der aktuelle Tarif ist für die Besucherzahlen oder den Shop nicht mehr ausreichend dimensioniert.

  • Wichtige Bausteine wie PHP-Aktualität, SSL, Staging-Umgebungen oder ein brauchbares Backup-System fehlen.

  • Support-Anfragen dauern zu lange oder werden nicht kompetent beantwortet.

  • Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt nicht mehr, etwa nach Ablauf eines Einführungsangebots.

Wichtig: Die Domain selbst muss beim Wechsel nicht sofort mit umziehen. Domain und Hosting lassen sich getrennt behandeln — dazu gleich mehr.

Vor dem Umzug: Das solltest du vorbereiten

Bevor die eigentliche Migration startet, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Drei Punkte sind besonders wichtig:

1. Ein aktuelles Backup

Auch wenn der neue Hoster die Daten direkt vom alten Server übernimmt, solltest du zusätzlich ein eigenes Backup deiner WordPress-Website anlegen — inklusive Datenbank, Uploads, Theme und Plugin-Dateien. Das ist deine Absicherung, falls beim Umzug etwas schiefgeht oder du später auf einen älteren Stand zurück musst.

2. Zugriff auf Domain und DNS-Verwaltung

Für den späteren Umschaltmoment brauchst du Zugriff auf die DNS-Einstellungen deiner Domain — entweder direkt beim Registrar oder bei dem Anbieter, bei dem die Nameserver liegen. Ohne diesen Zugriff kannst du die Domain am Ende nicht auf den neuen Hoster umstellen.

3. Bestehende E-Mail-Postfächer

Läuft dein E-Mail-Versand über den alten Hoster, müssen die Postfächer separat mitgezogen werden. Notiere dir vorher alle E-Mail-Adressen und, falls möglich, die IMAP-Zugangsdaten — viele Migrationstools können bestehende Postfächer automatisch übernehmen, benötigen dafür aber die Zugangsdaten des alten Anbieters.

So läuft die Migration zu einem neuen Hoster technisch ab

Unabhängig davon, ob du manuell umziehst oder ein automatisiertes Tool nutzt, folgt ein Website-Umzug im Kern immer demselben Muster:

1. Website-Daten sichern und übertragen

Alle WordPress-Dateien (Themes, Plugins, Uploads) und die Datenbank werden vom alten Server kopiert und beim neuen Hoster wieder eingespielt. Je nach Zugang geschieht das per SSH/SFTP, über ein Kontrollpanel oder über ein spezialisiertes Migrationsplugin.

2. Website auf einer Test- bzw. Vorschau-Domain prüfen

Bevor irgendetwas live geschaltet wird, sollte die kopierte Website auf einer temporären Vorschau-URL oder in einer Staging-Umgebung getestet werden: Läuft die Seite fehlerfrei, sehen Formulare korrekt aus, funktionieren Login und Shop-Funktionen? Erst wenn das passt, folgt der nächste Schritt.

3. DNS umstellen (Cutover) — möglichst ohne Ausfallzeit

Beim sogenannten Cutover werden die DNS-Einträge der Domain so angepasst, dass sie auf den neuen Hoster zeigen. Da DNS-Änderungen weltweit unterschiedlich schnell übernommen werden (Propagation), bleibt die alte Version für kurze Zeit parallel erreichbar. Die Website selbst ist während des gesamten Umzugs weiter online — nur der Umschaltmoment auf die neue Umgebung liegt am Ende bei dir.

Ein Tipp für einen glatten Wechsel: Setze die TTL der DNS-Einträge ein bis zwei Tage vorher auf einen kurzen Wert, etwa 300 Sekunden. Dann übernehmen die meisten Resolver die neue Adresse innerhalb weniger Minuten statt erst nach Stunden. Nach dem Umzug kannst du die TTL wieder erhöhen.

4. E-Mail-Postfächer migrieren

Parallel oder im Anschluss werden bestehende Postfächer inklusive E-Mails auf den neuen Hoster übertragen, damit nach der Umstellung keine Mails verloren gehen.

Eine ausführlichere Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive Checklisten für den gesamten Website-Umzug liefert unser Grundlagenartikel zum WordPress umziehen.

Besonderheiten bei IONOS, STRATO und ALL-INKL

Das Muster ist überall gleich, die Wege zu Dateien, Datenbank und Domain unterscheiden sich aber je nach Anbieter. Hier die wichtigsten Punkte für drei große deutsche Hoster. Die Menüpfade stammen aus deren Hilfeseiten, Anbieter bauen ihre Oberflächen aber gelegentlich um.

IONOS

  • Dateien: Bei den Linux-Webhosting-Paketen ist SFTP der Standard. Die Zugangsdaten stehen unter Menü → Hosting im Bereich SFTP & SSH. Die Webhosting-Tarife haben laut IONOS auch SSH-Zugang.
  • Datenbank: phpMyAdmin öffnest du unter Menü → Hosting, Vertrag wählen, bei den Datenbanken auf Verwalten und in der Spalte Admin auf Öffnen. Für große Datenbanken empfiehlt IONOS selbst den Export per SSH.
  • Pfade: IONOS hat die absoluten Pfade im Webspace umgestellt, von /homepages/… bzw. /kunden/homepages/… auf /home/www/. Steht ein solcher Pfad in der wp-config.php, in Plugin-Einstellungen oder in der Datenbank, musst du ihn beim neuen Hoster anpassen.
  • Eigene Plugins: Vorinstallierte IONOS-Plugins wie das Caching-Plugin „IONOS Performance“ funktionieren nur bei IONOS. Deaktiviere sie vor dem Umzug, und leere danach die Ordner wp-content/cache/ und wp-content/ionos-cache/, falls sie mitgekommen sind.
  • Domain: Unter Domains → Umzug & Verlängerung → Domain wählen → Autorisierungscode anzeigen. Auf derselben Seite schaltest du die Transfersperre aus. Bei Endungen wie .com, .net oder .org gilt nach Registrierung oder Inhaberwechsel eine Sperrfrist von 60 Tagen.
  • E-Mail: IMAP-Server imap.ionos.de, Port 993, SSL/TLS.

STRATO

  • Dateien: Die Hosting-Tarife bringen SSH und SFTP mit, die Zugangsdaten findest du unter Datenbanken und Webspace → SFTP & SSH. Bei den WordPress-Tarifen weist STRATO nur SFTP aus.
  • Datenbank: In der Datenbankverwaltung über das Drei-Punkte-Menü phpMyAdmin starten. Ein phpMyAdmin-Import ist bei STRATO auf 64 MB pro Datei begrenzt. Beim Export per mysqldump verlangt STRATO bei älteren Datenbanken die Option --no-tablespaces.
  • Login-URL: Bei „Hosting für WordPress“ installiert STRATO automatisch das Plugin WPS Hide Login, das die Anmeldeseite umbenennt. Die geänderte Adresse gilt nach dem Umzug weiter. Notiere sie dir, bevor du umziehst, oder deaktiviere das Plugin.
  • Datenbank-Host: In der wp-config.php steht ein STRATO-eigener Datenbank-Server. Beim neuen Hoster trägst du dort dessen Angaben ein, bei turbopress localhost.
  • Domain: Unter Domains → Domainverwaltung → Authcode anfordern. Der Code kommt per E-Mail an den Domaininhaber. Laut STRATO lässt er sich für aktive Domains ohne Kündigung nicht anfordern: Kündige die Domain also zuerst zum Transfer.
  • E-Mail: IMAP-Server imap.strato.de, Port 993, SSL/TLS, als Benutzername die komplette E-Mail-Adresse. Nach Vertragsende funktionieren die Postfächer nicht mehr, ziehe sie also vorher um.

ALL-INKL.COM

  • Dateien: Die FTP-Zugangsdaten stehen im KAS unter FTP, Server ist <dein-login>.kasserver.com. SSH gibt es nur in den Tarifen Premium und Business. Du aktivierst ihn im KAS unter Tools → SSH-Zugänge.
  • Datenbank: Im KAS unter Datenbanken über das phpMyAdmin-Symbol. Sehr große Datenbanken lassen sich laut ALL-INKL teils nicht über phpMyAdmin sichern. Dann hilft SSH (ab Premium) oder ein Programm wie HeidiSQL.
  • Domain: In der Members Area unter Domainverwaltung → Domainliste → Bearbeiten → Domain zu einem anderen Provider umziehen (KK). Per Telefon oder E-Mail geht das nicht.
  • Reihenfolge beim Kündigen: Den Vertrag kannst du erst kündigen, wenn alle Domains gelöscht oder umgezogen sind. Mit Wirksamwerden der Kündigung löscht ALL-INKL Webspace und Postfächer. Erst umziehen, dann kündigen.
  • E-Mail: IMAP-Server <dein-login>.kasserver.com, Port 993, SSL/TLS.

Die Domain mitnehmen: AuthInfo bei .de-Domains

Willst du die Domain zum neuen Anbieter übertragen, brauchst du bei .de-Domains eine AuthInfo, das Providerwechsel-Passwort. Der bisherige Anbieter setzt sie auf deinen Auftrag bei der DENIC und gibt sie dir. Du reichst sie beim neuen Anbieter ein, und der stellt damit den Transferauftrag. Die AuthInfo verfällt nach 30 Tagen und muss dann neu angefordert werden. Ist der alte Anbieter nicht erreichbar, schickt die DENIC auf Antrag eine AuthInfo2 per Brief an die Adresse des Domaininhabers. Den früheren KK-Antrag gibt es für .de nicht mehr.

Wichtig: Stell den DNS so um, dass die Website schon beim neuen Hoster läuft, bevor die Domain umzieht. Dann bemerken Besucher den Transfer nicht.

Automatisierte Umzugshilfen nutzen

Einen WordPress-Hoster wechseln kann man vollständig manuell erledigen — deutlich komfortabler geht es aber mit einem automatisierten Migrationstool, das Dateien, Datenbank und E-Mail-Konten eigenständig überträgt und dich nur dann einbindet, wenn eine Entscheidung nötig ist. turbopress bietet dafür beispielsweise einen kostenlosen Website-Umzug per turbomove AI an: einen Chat-Assistenten, der gezielt nach Domain, Zugangsdaten zum alten Hoster und bestehenden E-Mail-Konten fragt, den Umzug automatisch durchführt und sich bei Problemen selbst beim Support meldet. Alternativ lässt sich eine Website auch über einen Site-Importer eigenständig übertragen. Viele größere Hoster bieten vergleichbare Migrationstools oder -assistenten an — es lohnt sich, das vorab zu prüfen, wenn dir ein manueller Umzug zu aufwendig ist.

Voraussetzungen für einen reibungslosen Umzug

Damit der Wechsel möglichst reibungslos verläuft, ist es hilfreich, wenn Folgendes bereitliegt:

  • Zugriff auf die Domain- bzw. DNS-Verwaltung

  • Zugangsdaten zum alten Hosting (SSH, FTP oder Kontrollpanel)

  • Eine Übersicht der bestehenden E-Mail-Konten

  • Ein aktuelles Backup der Website

Fehlen einzelne Angaben, ist das kein Ausschlussgrund — bei den meisten Migrationswegen lassen sich fehlende Zugänge nachträglich ergänzen, und der Support des neuen Hosters hilft in der Regel bei offenen Fragen weiter.

Welcher Tarif passt, wenn ich noch unsicher bin?

Wer noch nicht sicher weiß, welches Hosting-Paket zur eigenen Website passt, sollte sich vor dem Umzug beraten lassen, statt einfach den günstigsten Tarif zu wählen. Wichtige Kriterien sind unter anderem erwartete Besucherzahlen, ob ein Onlineshop betrieben wird, wie viele Websites gehostet werden sollen und welche Anforderungen an Performance und Support bestehen. Ein passend dimensionierter Tarif verhindert, dass kurz nach dem Umzug schon wieder ein Wechsel nötig wird.

Nach dem Umzug: Worauf du noch achten solltest

  • Prüfe die Website gründlich auf der neuen Umgebung: Seiten, Formulare, Shop-Funktionen, Login-Bereich.

  • Kontrolliere, ob SSL/HTTPS korrekt aktiv ist und alle internen Links darauf verweisen.

  • Teste den E-Mail-Empfang und -Versand über die neuen Postfächer.

  • Richte, falls noch nicht vorhanden, saubere DMARC-, SPF- und DKIM-Einträge ein, damit E-Mails vom neuen Server zuverlässig zugestellt werden.

  • Behalte die Website in den ersten Tagen nach dem Cutover im Auge, bis die DNS-Umstellung weltweit vollständig übernommen wurde.

  • Kündige den alten Hosting-Vertrag erst, wenn du sicher bist, dass alles fehlerfrei läuft.

Wer zusätzlich die Gelegenheit nutzen möchte, die eigene Website grundlegend abzusichern, findet in unserer Checkliste zum Absichern von WordPress weitere Hinweise, die sich gut direkt nach einem Umzug umsetzen lassen.

Kann ich den WordPress-Hoster wechseln, ohne dass die Website offline geht?

Ja. Die alten Dateien bleiben online, während die Website beim neuen Hoster aufgebaut und getestet wird. Erst wenn alles funktioniert, werden die DNS-Einträge der Domain umgestellt. Durch die weltweite DNS-Propagation kann es kurzzeitig zu leicht unterschiedlichen Ladezuständen kommen, ein spürbarer Ausfall entsteht bei guter Vorbereitung aber nicht.

Muss ich beim Hosterwechsel auch die Domain zu einem neuen Registrar übertragen?

Nein. Domain und Hosting lassen sich unabhängig voneinander verwalten. Für den Wechsel reicht es, die DNS-Einträge der Domain auf den neuen Hoster zeigen zu lassen; eine Übertragung der Domain selbst zu einem anderen Registrar ist optional und nicht notwendig.

Wie lange dauert ein WordPress-Hoster-Wechsel?

Die reine Übertragung von Dateien und Datenbank dauert je nach Website-Größe meist wenige Minuten bis Stunden. Nach der DNS-Umstellung kann es zusätzlich bis zu 24 bis 48 Stunden dauern, bis die Änderung weltweit vollständig übernommen ist – die Website bleibt währenddessen erreichbar.

Was passiert mit meinen E-Mail-Postfächern, wenn ich den Hoster wechsle?

E-Mail-Postfächer werden beim Hosting-Umzug nicht automatisch mit übertragen, sondern müssen separat migriert werden. Viele Migrationstools können bestehende Postfächer übernehmen, benötigen dafür aber die IMAP-Zugangsdaten des alten Anbieters.

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